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Itchy Feet

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Die Sache mit der persönlichen Ekelgrenze

Nach nur 7 Tagen Backpackerleben merke ich bereits, dass meine Ekelgrenze von Tag zu Tag, wenn nicht sogar von Stunde zu Stunde immer weiter nach unten sinkt

Das vorhandene Geschirr in den Hostelküchen stammt wahrscheinlich noch aus Ururomas Zeiten. Verbeulte Töpfe, verbrannte Pfannen, verfärbtes Plastikgeschirr und schmutzige Spülen. Überall klebt irgendwas und Schwämme – wenn überhaupt vorhanden- stehen kurz vor dem Eigenleben. Heute ist mir mein krapfenähnlicher Dounut auf den Boden gefallen, der war außen mit Schokolade und einer Creme überzogen. Mit der klebrigen Seite natürlich direkt auf den Boden. Was zu Hause in Deutschland in den Müll gewandert wäre, wurde hier kurz abgepustet und trotzdem gegessen.


Einmal habe ich mir für eine 11-stündige Busfahrt, eine Art Nudelsalat gemacht und in Tüten abgepackt. Da ich leider keine Gabel, Löffel etc. dabei hatte, mussten die Finger am Ende her halten. Natürlich ohne vorher die Chance gehabt zu haben, gewaschen zu werden.


Ein andermal war ich bei einem Couchsurfer, die Küche des Hauses war direkt zum Garten gelegen, eine undichte Gartentür war direkt neben der Spüle. Und dort stapelte sich das ganze Geschirr der vergangenen Tage, inklusive Essensreste. Eines morgens kam ich in die Küche und sah vor lauter Ameisen die Tasse inklusive Teebeutel nicht mehr. Richtig ätzend! Ich rief meinen Host vor lauter Schreck und stand schon bereit, im nächsten Augenblick die komplette Küche zu evakuieren und desinfizieren. Der Anblick war echt grausig! Sah aus wie ein Ameisenhaufen, nur eben nicht im Garten, wo er hingehört, sondern in der Spüle, zusammen mit meiner Müslischüssel.

Mein Host – waschechter Mexikaner – kam in die Küche geeilt, mit dem Glauben sonst was sei passiert. Das Einzige was er sagte „Oh, ja, die lieben Zucker, das geht hier recht schnell.“ Und weg war er wieder, Richtung Fernseher verschwunden.

Ich war so baff, dass ich gar nicht glauben konnte, dass er die Tasse mit den Ameisen einfach hat stehen lassen. Verrückte Welt!!!

Das war einer der Momente, bei denen ich an meine Grenzen gestoßen bin. Richtig geekelt habe ich mich nicht, nur hätte ich NIE im Leben so lässig reagiert. Ich hätte wahrscheinlich die ganze Küche auf den Kopf gestellt, nur um zu verhindern, dass die Ameisen an mein Essen gehen. Natürlich habe ich die Tasse mit den Krabbeltierchen stehen lassen, die Coolness meines Hosts verstehe ich allerdings bis heute nicht... :D


Dann ist ja da noch die Sache mit dem Kleidungwaschen. Wenn man sein ganzes Hab und Gut in einem Rucksack durch die Gegend tragen muss, überlegt man fünf Mal, was man wirklich braucht und mit auf die Reise nimmt. Das waren für meine Mexicoreise 3 Hosen und etwa 7 Shirts samt Unterwäsche. Das habe ich in drei Wochen um ehrlich zu sein nicht einmal richtig durchgewaschen.

Mal hier und mal da ein Shirt mit zum Duschen genommen, das schon, aber so richtig mit Waschmittel bei 60 Grad durchschleudern lassen? Nein. Einmal habe ich meine ganzen Sachen mit kaltem Wasser und Waschpaste in einem sandigen Eimer durchgeschrubbt, das wars aber auch schon.

In Deutschland wechsle ich meine T-Shirts jeden Tag, und zweimal hintereinander die selbe Hose anziehen? Oh mein Gott! Bloß nicht! (Gut, das ist eher eine Frage der neuesten Modeerscheinung, aber es läuft auf das selbe hinaus)

Komischerweise ist mir das auf Reisen immer egal, sobald ich aber zurück komme, verfalle ich wieder in dieses Schema zurück.


Ich schraube meine Bedürfnisse wirklich stark herunter. Probleme habe ich keine damit, das zeigt nur, dass der moderne Mensch mit all seiner Technik und seinem Luxus verwöhnt geworden ist. In einem anderen Hostel hatte die komplette Familie mit Fingern aus einem Topf gegessen, manchmal kommt es mir so vor, dass nur die Europäer so pingelich sind...

6.6.12 23:34
 



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