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Demonstieren auf mexikanisch in Oaxaca

 

Oaxaca ist fast noch schöner als San Cristobal, ruhiger, aufgeräumter, geordneter. Sehr viele Einheimische, Touristen fallen überhaupt nicht auf.

Es ist Nachmitag, der Zocalo ist voller Leute, Musik wird gespielt und für die Rechte der indigenen Bevölkerung demonstiert. Überall hängen Banderas, Menschen halten kleine Fahnen und Flaggen in der Hand und vor einem Gebäude, ich nehme an das Rathaus oder der Regierungssitz, liegen die Leute -die indigene Bevölerung- dicht an dicht, scheinen hier wohl einige Tage campieren zu wollen. Manche haben sogar ein Zelt aufgestellt. Planen liegen auf der Erde, die Bevölkerung hält anscheinend Siesta. Manche tanzen, andere kommen aus der Uni oder von der Arbeit. Wirklich angenehm.

In Oaxaca ist es etwas wärmer als in San Cristobal, das Einzige, was fehlt ist die Nähe zum Meer. (Sonst wärediese Stadt der absolut perfekte Wahnsinn!)


Nach Puerto Escondido sind es 10 Stunden mit dem Bus, ob sich das für 1 Tag lohnt? Oder lieber gleich ein Flugzeug nach Zihuatanejo, die übernächste Stadt? Und da dann 3 Tage verbringen? Ich denke, das lohnt sich fast mehr. Ist zumindest entspannter. Ich habe mir für die drei Wochen Rundtrip tatsächlich zu viel vorgenommen, aber davor haben mich ja fast alle gewarnt gehabt...

Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass ich nie wieder so viel planen werde. Auch einen Reiseführer werd ich für den nächsten Trip nicht mehr mitnehmen. Man hört unterwegs von so vielen Leuten, was man sich unbedingt anschauen muss und was man ruhig auslassen kann. Bringt man dann noch genug Zeit mit, kann man sich hier und da umhören und dann in Ruhe eine Entscheidung fällen. Es kommt eh immer alles anders als man es sich vorstellt, überlegt und einplant. Ich bin nämlich nicht im Flugzeug gleich zur übernächsten Stadt, sondern für einen Tag nach Puerto Escondido. Im Nachtbus wie so oft. Und im Endeffekt richtig froh drum, da Puerto Escondido der abenteuerlichste und vor allem verrückteste Teil meiner Reise wurde.


Aber der Reihe nach, noch bin ich in Oaxaca:

Aus der Demonstration auf dem Zocalo ist ein richtiger Campingplatz geworden. Nur ohne Zelte. Zwischen den Bäumen wurden Planen aufgespannt, um Schatten zu spenden. Ganze Koffer und Rucksäcke wurden angeschleppt, um die demonstrierenden Gruppen mit Kosmetika, Kleidung und wahrscheinlich Lebensmitteln zu versorgen. Um Bäume und Säulen liegen dann Menschen unter Decken zusammen, Nachmittags um 15:00 Uhr noch immer total verfroren von der durchgemachten Nacht (und hier in Oaxaca wird es nachts eisig!) Überall Decken, Planen, Kartons, Tüten und Taschen. Und hier und da mittlerweile Berge von Müll.

Fotografieren will ich sowas nicht, ich möchte nicht der Schaulustige Touri sein, der die Menschen dabei ablichtet, wie sie für ihre Rechte kämpfen.


Irgendwie konnte man diese Demo nicht mit einer Demo in Deutschland vergleichen. In Deutschland landet so ziemlich jede Demonstration gleich in der Presse, alles wird national weit verbreitet und Trubel drum gemacht. Vielleicht liegt es da dran, dass die Deutschen hauptsächlich nur für „Luxus“ und „Bequemlichkeit“ demonstrieren? Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Mexiko Arbeiter auf die Straße gehen, weil sie mehr Geld fordern. Schließlich gibt es genug Menschen, die auch für weniger sofort anfangen würden zu arbeiten.

Vergleichen würde ich diese Demo wie die, von Stuttgart 21, friedlich und ohne gewaltsame Ausschreitungen.


Jetzt geht die Demo richtig los. Forderungen werden per Megafon verkündet, selbstgemchte Plakate, Pfeifen, Rufe. Geradeaus auf das Hauptgebäude der Stadt zu. Die Tore werden hier noch schnell geschlossen, die Demos bleibt friedlich. Kämpfe und Agressionen hier in Mexico kennt man ja aus Zeitung und Nachrichten,aber das hängt meistens hauptsächlich mit den Drogenkriegen zusammen.

Was genau hier nun gefordert wird, kann ich leider nicht verstehen, auch die Plakate lösen die Frage nicht wirklich.


Später habe ich erfahren, dass für den Bau eines lokalen Krankenhauses und für die Unabhängigkeit der indigenen Bevölkerung von der Stadt „gekämpft“ wurde...



24.4.12 22:41
 



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