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Schnorcheln zwischen Keksen und Nemos Freunden

Zihuatanejo. Meine 8. Stadt von meinem 3-Wöchigen Trip. Um 11 Uhr nachts bin ich angekommen und wollte mal selber ein Hostel finden, ohne Taxifahrt. Leider gestaltet sich das ohne Stadtplan schwieriger als gedacht. Noch dazu kaum Leute auf der Straße und die Busbahnhöfe liegen meist etwas außerhalb.

Also doch ein Taxi und die Straße des ersten Hostels genannt, welche ich mir zuvor schon raus gesucht hatte. Zur Abwechslung mal wieder ein echt gemütliches Hostel, einladend, schön gestaltet und sauber (so sauber, wie es in einem Hostel eben möglich ist ;-))

Ein Deutscher arbeitet hier, hatte in Deutschland ein eigenes Unternehmen und war recht erfolgreich. Irgendwann hatte er keine Lust mehr, hat alles hin geschmissen und arbeitet nun für Kost und Logie (und aus reiner Lebensfreude) in dem Hostel. Geteilt habe ich mir mein Zimmer mit einem Mexikaner aus Mexico City, der von zu Hause abgehauen ist, weil er andere Vorstellungen vom Leben hat als seine Eltern. Und mit einigen Fledermäusen, aber die hab ich weder gehört noch gesehen. Am nächsten Tag (mein einziger Tag in dem gemütlichen Örtchen) wollte ich Schnorcheln gehen, laut Reiseführer an der Playa Coral. Doch liegt die nicht in Zihuatanejo, sondern ein Ort weiter, in Ixtapa. Auf/ An einer Insel. Also bin ich mit einem Collectivo nach Ixtapa. Und von da aus? Ausrüstung muss ich mir auch noch irgendwo ausleihen und dann auch noch nach der Zeit schauen, da um 8 Uhr Abends schon der Bus in die nächste Stadt geht.

Ich habe also wiedermal mit mir selbst gerungen und am Ende eine Tour gebucht. Und mir auch hier gedacht „Wahrscheinlich viel zu teuer“. Dafür werde ich aber gleich an den richtigen Strand gebracht, ein Essen ist mit inklusive und einen Guide hab ich auch noch. Spart zumindest viel Zeit.

Im Nachhinein war es ein perfekter Fang! Mein Guide nannte sich „El Capitán“ und auf seinem Shirt stand in Großbuchstaben „I'm on a Mission“. Das sagt schon fast alles- Ein cooler Kerl, der sich sein Leben einfach chillig macht und als „Touristenführer“ arbeitet: Den ganzen Tag am Meer, tauchen, Abenteuer und ein paar Touris durch die Gegend fahren. gibt’s was besseres??

Das Tauchzeug musste ich zwar extra ausleihen, was bei dem Angebot am Anfang schon mit inbegriffen war, aber was solls – solche Touristenfallen bin ich ja schon gewohnt. Umgehen kann man sie eh nicht wirklich, außer man führt sich typisch deutsch auf und regt sich erstmal über jeden Pups auf. Und am Ende riskiert man einen schlechtgelaunten Guide und hohen Blutdruck o.O Lieber nicht...


Krokodile, Schildkröten, Pelikane und Chamäleons haben wir gesehen. Dann sind wir mit dem Boot auf eine wunderschöne kleine Insel gefahren, die man zu Fuß in 20 Minuten umrundet hat und nicht mehr als 2 Strandcafés beherbergt. Dann gings gleich ab zum Schnorcheln! Mein „Capitán“ hat mir noch ein Tütchen Kekse mitgegeben – für die Fische. Die kamen alle sofort angeschwommen, in allen Größen und Farben: gelb und blau (in allen vorstellbaren Hell- und Dunkeltönen), gestreift, gefleckt, dick, dünn, schlank oder kugelrund. Am schönsten waren die dunkelblau schimmernden, mit etwas heller blauleuchtenden Punkten. Und die mit den schön geschwungenen Flossen. Dunkelbalu und mit einem weißen Rand. Von jeder Sorte sind mindestens 10 um mich rumgewuselt, ganz aufgeregt den Keksen hinterher. Dabei haben sie ganz vergessen, dass man vor Menschen ja eigentlich Angst hat. Um meine Beine, Bauch, Arme und direkt vor meinem Gesicht rum! Ohne jegliche Berührungsängste! Wahnsinn! Leider waren die Kekse viel zu schnell alle und somit auch die Fische ganz schnell wieder auf 2 Meter Abstand. Wir hatten sogar eine Art Kugelfisch, nur nicht gefährlich, in der Hand. Der war weich wie ein Schwamm, man konnte ihn sogar leicht zusammendrücken. Ob das auch tierfreundlich war, wollen wir hier mal nicht ankreiden..

Dann hatten wir noch einen Korallenschwamm oder so in der Hand und eine Seesternspinne. Die war vielleicht flink!

Einmal um die halbe Insel sind wir dann auch noch geschwommen, dann gabs Essen und dann gings auch schon wieder zurück.


Vorsicht!“ hieß es da auf einmal und drei Männer vor mir deuteten auf einen vierten, hoch oben in einer Baumkrone. Mit Anzug, Lackschuhen, Säbel und natürlich ohne Sicherung war er dabei, einen Ast abzuhacken. Auch unten wurden die Fußgänger nicht wirklich gewarnt. Wozu sich selbst absichern? Unten schwimmen doch nur die hungrigen Krokos. Hey, take it easy, wir sind im Mexico!


Den Tauchgang und die Stunden auf der Insel werde ich wohl nie vergessen. Einfach Wahnsinn!! Schön, dass es selbst in Touristenorten noch schöne Flecken gibt.

Ich weiß nicht, wie ich die Sache mit der Fischfütterung so richtig einschätzen soll. Fördert das nun den Erhalt des Korallenriffs oder wird es dadurch eher zerstört? Wir waren 1 Stunde unterwegs, gesehen habe ich etwa 8 Gruppen. Rechnet man das auf den ganzen Tag hoch, sind das ca 50 Kekstüten à 4 Kekse pro Tag, wenn nicht sogar mehr. Und ich bezweifle, dass jeder seine leere Kekstüte wieder mit an Land bringt...



Pünktlich war ich dann auch im Hostel zurück, geduscht, gegessen und überpünktlich am Busbahnhof, um mein Ticket nach Puerto Vallarta zu kaufen. Dass ein langes Wochenende bevorsteht und ganz Mexico verreist, habe ich natürlich nicht mitbekommen. Der Bus war also ausgebucht und fährt nur 1x am Tag. Eine Route mit Umsteigen könnte mir die Dame am Schalter noch anbieten, über Guadalajara. Da wohnt David, mit dem ich mich eh in Vallarta treffen wollte. Letzten Endes bin ich einen Umweg gefahren, aber Busfahren macht ja sooooo Spaß! … Naja, nicht wirklich, das Land ist einfach riesig, Deutschland ist ein Klacks dagegen. Das nächste mal nehm ich echt mehr Zeit mit. Vor allem spart man auch eine Menge Geld, je länger man bleibt.

27.4.12 00:01
 



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