gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB

* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



Itchy Feet

* Themen
     Kolumbien
     Venezuela
     Peru
     Bolivien
     A Farmer's Diary
     Chile
     Argentinien
     Auf See im Mittelmeer
     Unterwegs
     Mexico
     Teneriffa
     Gran Canaria
     Madrid

* mehr
     nächste Ziele






Machismus, Tequila und mexikanische Bruderschaft >>> Wir gehen feiern!

Nach insgesamt 15 Stunden Busfahrt sitze ich endlich am Strand von Puerto Vallarta, genieße Bier, Tequila-Mix aus der Dose und später auch Rum-Cola mit ein paar Chicos vom Strand.


Strandpartys sind einfach die Besten! I love them! Chillen am Strand, die Sonne geht unter, das Rauschen der Wellen, unbegrenzten Platz zum Springen, Tanzen, Singen und dabei schön langsam betrunken werden – was besseres gibt’s kaum!

Schon auf Teneriffa hatte ich mit meiner damaligen Aupair-Freundin eine Strandparty geschmissen. Kein Verbot, nachts am Strand zu sein und dem Leben einfach freien Lauf lassen. Damals gabs selbstgemachten Limes dazu, diesmal eben Rum-Cola und Tequila-Lemon.


Schon recht früh hat sich ein sehr betrunkeneer Chico „Azucar“(zu dt. Zucker) zu uns gesellt und den ganzen Strand unterhalten. Er stand wohl auf Männer, zumindest hat sich David, den ich über Couchsurfing kennengelernt hatte extrem unwohl gefühlt. Ich war also seine Freundin, ich glaube er hasst Schwule. Homosexualität ist hier in Mexico glaube ich noch „verboten“, zumindest sehr sehr sehr verhöhnt. Auch hat er sich als Fernando ausgegeben, ich war Erika. Wo wir uns kennen gelernt haben? In Sayulita, ein Nachbarort. Dass er seinen Eltern verschweigt woher wir uns wirklich kennen, verstehe ich ja noch, aber einem völlig Fremden? Und dann auch noch falsche Namen? Das verstehe ich nicht. Zumal ich Couchsurfen als eine der Besten Erfindungen überhaupt finde.

Ich habe David also gefragt, warum er wegen den Namen lügt, er weiß es nicht. Er ist schon irgendwie ein seltsamer Kerl. Als ich abends noch zum Geldautomaten musste, ist er schon vorgegangen, hat sich dann aber tierische Sorgen gemacht, weil ich ein bisschen länger gebraucht hab und ist mich suchen gegangen, betrunken wie er bereits war. Außer Puste und mit den Nerven völlig am Ende hab ich ihn dann im Hotelflur wieder getroffen..Er ist anscheinend völlig planlos durch die Gegend gerannt, in der Hoffnung mich und meinen Geldautomaten zu finden. Ich mein, ich reise alleine durch ein mir völlig fremdes Land, sollte ich da nicht auf mich aufpassen können?

 

Mexikanische Bruderschaft ist irgendwie Schwachsinn, da der Mann warten muss, bis die Frau zuerst ausgetrunken hat. Wo liegt da der Sinn? Danach ein Beso auf die Backe und eine Umarmung. Ungewohnt aber OKAY, kann man so stehen lassen.

 

Als wir danach Richtung Clubs gegangen sind, meinte er, wenn er sagt, ich soll ihm die Hand geben, dann soll ich das auch machen. Äh- STOPP-nein- definitiv nicht! Manchmal hatte ich das Gefühl, dass er der Welt zeigen will, dass diese hübsche große Deutsche zu ihm gehört.

(Hört sich vielleicht überheblich und eingebildet an, aber denk mal drüber nach, der Machismus -ja, es gibt dieses Wort tatsächlich- dominiert hier noch wirklich. Der Mann steht über der Frau, die Frau hat sich unterzuordnen und zu gehorchen. Gleichzeitig wird die Dame beschützt und der Welt gezeigt, dass sie zu einem gehört)

Definitiv nicht die Art Gesellschaft, in der ich mich wohl fühle. Dazu immer diese Komplimente und Umarmungen. Er meint, dass die Leute, vor allem die Männer hier eben so sind und ich denke auch, dass man sich an alles gewöhnen kann. Trotzdem, wirklich wohl gefühlt habe ich mich in seiner Gesellschaft nicht und war froh, dass wir schon früher als geplant wieder getrennte Wege gegangen sind.

Was in dem einem Land zu viel gepflegt wird, könnte man in Deutschland den Männern ruhig wieder schmackhaft machen. Da ist es ja schon zu viel verlangt, die Tür aufzuhalten, aber mit der Liste brauch ich hier gar nicht anfangen, da wäre der Speicherplatz ja gleich voll.. ;-)



Am Strand hatten wir noch ein paar andere Leute aus DF (Mexico City) kennen gelernt, mit denen sind wir dann zusammen durch die Clubs gezogen. Bzw in einen und dort abgestürzt. Zumindest David.

Aber der Reihe nach: Der komplette Club im Kuh-Style, überall hingen Kuhbilder, die Bedienungen hatten gefleckte Hosen an und Cowboyhüte auf und die Becher (1 Liter Fassungsvermögen) ebenfalls im Kuhstil. Super Location. David wurde immer betrunkener, hat sich dann zu meinem Glück an ein Mädel ran geschmissen und ich hatte endlich meine Ruhe. Vorerst. An unserem Tisch waren noch ein paar andere aus Mexico, mit dem Kerl hat er sich eine komplette Flasche Tequila gekauft, davor noch unzählige Stamperl vernichtet. Der ist und bleibt ätzend! Der erste Shot war noch ok, beim zweiten hab ichs dann gelassen. Gemischt schmeckt er echt lecker! (Mehr zu Tequila und Co unter http://lulus-freedom.myblog.de/lulus-freedom/art/7083936/Mexikanischer-Gaumenschmau-

In dem Laden lief Techno-House- bisschen Elektro. Definitiv keine Musik um Salsa-Drehungen zu tanzen. Hier macht man das anscheinend. Vielleicht waren die auch alle nur betrunken....?

Das Ende vom Spiel:David war so dicht, dass wir gehen mussten, ich wäre gerne noch mit den anderen auf eine After-Fiesta-Party, naja so wurde aus dem „Beschützer-Proll“ ein Proll, der beschützt werden musste. In einem 24 Stunden Supermarkt haben wir noch was gegessen. Brauchst du für morgen früh ein Wasser? Nööö! Natürlich brauchte er eins. Zum Glück war meine Flasche noch recht voll, die hat er dann allerdings irgendwo stehen lassen... -.-

Es ging mir nie um mein Wasser, oder meinen Apfel oder sonst was, sondern einfach nur um Tatsachen....Uff!



David war der erste Mexikaner, den ich besser kennen gelernt habe und mit dem ich länger unterwegs war. Er stammt aus einer eher „reichen“ Familie, zumindest war das Haus nicht zu vergleichen mit so mancher Absteige anderer Couchsurfer. (Wir hatten uns bei ihm daheim getroffen und sind dann zusammen nach Puerto Vallarta gefahren) Er ist meine ich recht verwöhnt und ein Muttersöhnchen. Seine Eltern sind super lieb! Aber er ein vollkommener Trottel und Chaot. Überhaupt nicht selbstständig. Mit 23 Jahren! Und will einen Europa-Trip machen. Auf die 4 1/2-stündige Busfahrt nimmt er nichts zu Essen und nichts zu trinken mit (also musste mein Apfel und mein Wasser herhalten) Shampoo und Handtücher hat er auch nicht mitgenommen (obwohl seine Mum noch gefragt hat) Shampoo bekommt er, aber sicher nicht meine Handtücher. Heute Morgen hätte er fast seine Badehose vergessen, hätte ich ihn nicht darauf aufmerksam gemacht. Wir hatten geplant, drei Tage zusammen zu reisen. Die erste Nacht haben wir in einem Hotel übernachtet und in einem Restaurant gegessen.(Davids Art Back-zu-packen) Am zweiten und dritten Tag wollte ich ihm mal ein richtiges Backpackerleben zeigen. Dazu kam es allerdings nicht, da er sich dazu entschieden und ich ihn dazu ermuntert hatte früher nach Hause zu fahren. Ich bin dann alleine weiter in die nächste Stadt, Sayulita. War vielleicht auch besser so, ich weiß es nicht. Er ist ein super netter Kerl, aber einfach so ein Trottel! Und so verwöhnt! Er hatte einen Pina Colada für ca 10 Euro bestellt, das volle Glas aus Versehen umgeworfen und gesagt:“Egal, bestellen wir eben neu.“ Kein Sinn für Geld. Das macht mich in gewissem Maße agressiv. Wenn er in Europa so mit dem Geld um sich wirft, wird sein Trip schneller vorbei sein, als er „Hola Europa“ sagen kann. Trotz allem ist er ein netter Kerl, mit dem sich gut feiern lässt. Nur wenn alle mexikanischen Kinder so sind, na dann Prost Mahlzeit. (Sind sie zum Glück nicht, aber das habe ich erst in Mexico City erfahren)



28.4.12 22:48
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung