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Itchy Feet

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Mexico City – ein aktiver Popo und die Stadt und Bewohner an sich

Heute habe ich das direkte Zentrum rund um den Zócalo erkundet. Der zweitgrößte Platz der Welt ist einfach riesig! In Zahlen? 57.600 m², das sind in etwa 8 Fußballfelder. 1 Million Menschen haben sich auf ihm schon versammelt, Leute, das ist fast ganz München!!!! Unvorstellbar, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Und selbst dann kann man es nicht so recht glauben, dass auf diesen einen Platz fast ganz München passt.

Ich war gleich in der früh da, also fast alleine und kam mir vor wie eine Ameise.

Gleich daneben steht die größte Kirche Amerikas; angeschaut hab ich sie von innen nicht, ich bin kein sonderlicher Kirchenfan. Aber SO groß kam sie mir nicht vor.

Die Straßen hinter dem Zócalo sind recht lustig aufgebaut. Zumindest die Geschäfte:Da gibt es eine Straße mit Bürobedarfsläden, eine mit Läden voller Handwerkszeug, eine mit Strick- und Bastelzeug, eine mit Sombreros und und und. In jeder Straße reihen sich dann mehrere Geschäfte aneinander, die alle ein und das selbe verkaufen..

Teilweise werben vor allem die Männer vor den Geschäften und versuchen sich mit ihrem Werbe-Geschrei zu übertönen. An jeder Ecke stehen Polizisten mit einem Schutzschild; ab und zu sieht man auch einen Jeep voller Militär vorbeifahren.


Zur Sicherheit der Frauen und Kinder gibt es an einigen Metrostationen extra Bereiche nur für Frauen. Meistens zwischen 14:00 Uhr und 21:00 Uhr, für diese Zeit werden dann Sperren aufgestellt und so sind die ersten 3 Wagons nur voller Frauen und Kinder. Eigentlich. Was in Deutschland mit Sicherheit zu 100% knallhart durchgezogen werden würde, heißt hier noch lange nichts. Da dieses System nämlich nicht an jeder Station angewendet wird, findet man ab und zu einen Mann zwischen dem ganzen Geschnatter...

In den Metros versuchen Arbeitslose an Kleingeld zu kommen , indem sie an einer Station einsteigen und Kugelschreiber, Rätselhefte, Kaugummis, Kekse, Utensilien des täglichen Bedarfs verkaufen wollen. Manche spielen über einen Rekorder Musik, singen dazu und halten einen Becher für Geld bereit. Andere wollen für irgendeine Organisation oder Verein Spenden sammeln und verkaufen dafür CD's etx. Die Leute werben also dafür, steigen ein, preisen ihre Sachen an und steigen an der nächsten Station gleich wieder aus. Da bleibt kaum Zeit einen potentiellen Kunden zu erreichen bzw. abzukassieren.


Jetzt sitze ich hoch über den Dächern der Stadt, der Ausblick ist der Wahnsinn! (das Wort wirst du noch öfter lesen, anders ist die Stadt einfach nicht zu beschreiben ) Häuser soweit das Auge reicht, grau über grau, ein Dach überragt das andere und Grünzeug ist bis auf ein paar Parks Fehlanzeige.

Leider trübt der Smog die Sicht auf die wirklichen Ausmaße der Stadt. Der Popo ist auch nicht zu sehen, der ist zur Zeit ja wieder sehr aktiv und qualmt ein bisschen. Vor etwa einer Woche wurde von einem Ausbruch gewarnt, viele Erdbeben deuteten ebenfalls auf starke Aktivität des Vulkans hin.

Es gab sogar ein Erdbeben während ich dort war, aber gemerkt hat man davon nichts. Ein anderer Deutscher hat eines der stärkeren Beben richtig miterlebt. Geschockt war er nicht, Angst hatte er auch nicht, im Gegenteil: er hätte es fast nicht gemerkt, hätte ihn seine Gastfamilie nicht darauf aufmerksam gemacht. Am Ende fand er es sogar irgendwie ganz cool und würde gerne nochmal eines miterleben... Mehr als verrückt, wenn man bedenkt, dass Menschen ihr ganzes Hab und Gut verlieren können, im Schlimmsten Fall sogar ihr Leben.

Aber ich kann ihn ganz gut verstehen: Die Vorstellung, dass auf einmal die Erde wackelt und Häuser sich bewegen, ist schon irgendwie faszinierend.

Der Smog ist wirklich schlimm. Mein Hals und meine Nase sind total trocken, jucken und tun weh. Dazu eine drückende Hitze, ich habe Natalia, meinen Host, gefragt, was die Menschen machen, wenns im Sommer unerträglich heiß wird. (Es gibt ja keine Seen in der Nähe und Schwimmbäder gibt es auch nicht) Die gehen dann ins Kino, Einkaufszentren oder in Museen. Komisch, das was wir als allerletztes bei wunderschönem Wetter tun, ist hier die einzige Möglichkeit, um die Hitze zu ertragen. Wie heiß es im Sommer wirklich wird, weiß ich nicht. In den U-Bahn-Höfen hängen überall Ventilatoren, die dauernd eine leichte Wasserbrise versrpühen.


Das, was ich bisher gesehen habe, gefällt mir! Mexikanisches Flair in eine Millionenmetropole verfrachtet. Bilder, wie wir sie kennen, mit Sombrero und Gitarre und bunten Kostümen, habe ich auf meiner Reise nicht angetroffen. Mexico wird eben modern, der Tourismus trägt viel dazu bei. Jeder zweite besitzt hier (zumindest in den größeren Städten) ein Smartphone und in Kostümen, wie man sie auf dem Markt findet, trifft man auch niemanden. Sogar die moderne Frau ist hier aufgedackelt und geschminkt bis zum geht nicht mehr. Fast alle Frauen schminken sich in der U-Bahn und haben ihren ganzen Kosmetikschrank dabei. Viel Augen-Make-Up, Lippenstift, Rouge, einfach alles klatschen sie sich aufs Gesicht. Auch Natalias Mama ist eine sehr sehr sehr modebezogene Frau. I-Phone, künstliche Fingernägel, viel Schmuck, tolle Klamotten und sehr sehr viel Schminke. Wenn die Zeit morgens mal knapp wird, hat sie immer ein kleines Köfferchen dabei und schminkt sich dann eben während der Autofahrt. Kann man hier locker machen, da man ¾ der Zeit in der Frühe eh im Stau oder an roten Ampeln steht. Trotz allem ist sie sehr liebenswürdig und aufrichtig. Davon können sich die Schicki-Micki-Damen in Deutschland ruhig eine Scheibe abschneiden! Oder auch zwei...

Trotz allem ist der Charakter mexikanisch geblieben, läge die Stadt nun noch am Meer, wäre sie der perfekte Wahnsinn...

2.5.12 22:26
 



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