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Itchy Feet

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Traumjob LKW-Fahrer?

LKW-Fahrer in Argentinien scheint ein leichter, aber zugleich anstrengender Job zu sein. Die Männer (es gibt auch ein paar Frauen, die sind aber in der Minderheit) fahren täglich 10-12 Stunden ununterbrochen durch eintönige Landschaft bei durchschnittlichen 80 km/h. Sie sind für eine Ladung teilweise eine ganze Woche unterwegs, leben aus dem Mini-Kühlfach im Fahrerraum, schlafen auf einer engen Pritsche und ernähren sich hauptsächlich von Keksen und Sandwiches und Mate.

Da begegnet einem kein Mensch, man durchquert keine Sinnesanregende Städtchen, höchstens mal ein paar „Orte“ bestehend aus einer Tankstelle. Die einzigen Lebewesen, auf die man trifft sind Schafe, Rinder, Pferde, Gürteltiere, Guanacos (Lamas) und kleinwüchsige Strauße. Aber auch nur dann, wenn es sie an die Straßen treibt, schließlich haben sie Land genug um ungestört leben zu können (und damit der Gefahr, überfahren zu werden, aus dem Weg gehen können.)

Und natürlich gibt es uns Tramper J Wobei uns bei einer so langen Fahrt auch irgendwann der Gesprächsstoff ausgeht und obwohl wir nichts tun, außer dazusitzen und uns irgendwie die Zeit vertreiben, recht schnell müde werden. Und dann einfach schlafen? Da hab ich ein schlechtes Gewissen, schließlich sind wir eingestiegen, um dem Fahrer ein bisschen Gesellschaft zu leisten.

Meine anfänglichen Gewissensbisse, bzw. das schlechte Gefühl, es könnte dich ja jetzt doch jemand verschleppen und vergewaltigen, sind schnell verflogen gewesen, immerhin könnten wir die Fahrer genauso attackieren und wir sind schließlich in der Überzahl.

 

Ich könnte das nicht, die Landschaft ändert sich auf 1000 km überhaupt nicht und dann 10-12 Stunden fahren? Viele fallen in den Sekundenschlaf, dadurch gibt es viele Unfälle. Die Regierung plant auch ein Limit einzuführen, allerdings können die Güter dann nicht rechtzeitig ihr Ziel erreichen und werden so wahrscheinlich noch teurer, als sie hier eh schon sind.

 

Heute haben wir uns Gustavo rausgepickt, die ersten drei Anhalter konnten uns leider nicht mitnehmen. Gustavo fährt schon sein ganzes Leben lang (mitte 40 wird  er sein) hat mit 18 angefangen und fährt nun Woche für Woche immer und immer wieder dieselben Strecken. In einer Landschaft, die sich kaum verändert! Das ist für mich irgendwie unfassbar. Ob es Momente gab, in denen er dachte, er hat keine Lust mehr auf den ganzen Stress, hab ich ihn gefragt. Klar, mehr als genug, vor allem wenn du gerade zu Hause angekommen bist und am nächsten Tag schon wieder los musst und weißt, dass du deine kleine Tochter erst in einer Woche wieder sehen wirst.

Ich bewundere die Fahrer, wie sie eine solche Ausdauer haben können. Sarah würde so einen Job immer noch einem Büroschreibtisch vorziehen, ich aber würde dann doch tausendmal lieber mit Kunden diskutieren und fleißig Rundmails an meine Kollegen schreiben, dass Kuchen in der Küche steht…. ;-)

 

28.1.13 00:50
 



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