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Itchy Feet

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Dass die Deutschen immer über Mauern springen müssen

Unser LKW-Fahrer Hugo hatte uns ja netterweise in sein Apartment in Allen, nähe Neuquen eingeladen, um dort die Nacht zu verbringen und uns am nächsten Nachmittag nach Las Grutas zu fahren. In der Früh musste er noch eine Cola-Ladung abladen, aber dann, gegen zwei würde es losgehen.

Wir standen um 11 auf, duschten, räumten ein wenig auf und wuschen das Geschirr ab. Um 13 Uhr waren wir fertig gepackt und warteten im Garten auf Hugos Rückkehr. Aus einer Stunde wurden zwei, dann drei, am Ende kam unser Host um 5 von der Arbeit, völlig gestresst und in Sorge um seine Gäste. Es gäbe Probleme mit den Lastwagen, eine Straße wäre überflutet und seine LKW’s können nicht weiterfahren.  Er kann heute unmöglich die Stadt verlassen, würde uns aber Geld für einen Bus geben, damit wir weiterfahren können. Also gut, Sachen ins Auto und ab zum Busterminal, checken, wann der nächste Bus nach Las Grutas fährt. Zum Glück um halb eins in der Nacht, wir müssen also nicht bis zum nächsten Tag warten. Aber was tun wir bis dahin? In der Stadt warten?

Nein, müssen wir nicht, Hugo gibt uns die Schlüssel von seinem Apartment, wir sollen so lange dort bleiben, uns was zu Essen kochen und wenn wir gehen absperren und die Schlüssel anschließend auf den Balkon werfen.

Nun zur eigentlichen Story: Das Apartment liegt mit dem Eingang in einem Hinterhof, es gibt also noch ein großes Sicherheitstor, was ebenfalls abgesperrt werden muss. Und das war irgendwie kaputt. Wir und ein älterer Mann bekamen es jedenfalls nicht auf und Hugo konnten wir nicht erreichen, da wir keine Handynummer von ihm hatten. Uns blieb der einzige Ausweg also durch den Garten. Den eingemauerten Garten. Und die Mauern waren 3 Meter hoch. Ohne 20-Kilo Rucksack wäre das kein Problem gewesen, da könnte man schon irgendwie drüber klettern, aber mit Rucksack? Einfach drüber schmeißen geht nicht, viel zu schwer, bzw. wir viel zu schwach Da das Eingangstor auch nach 20 Versuchen noch verschlossen blieb, suchten wir im Garten nach einer Art Leiter, fanden dann auch zum Glück eine, die bis an die Mauergrenze reichte und so kletterte Sarah vor, ich hievte irgendwie die Rucksäcke nach oben, sie zog dran und ließ sie auf der anderen Seite wieder runter fallen (dabei ging natürlich mein Duschgel kaputt). Leider war die andere Seite Hunde-Scheiß-Gebiet, aber einen anderen Ausweg gab es nicht und unser Busticket war nun schon gekauft. Unser Topf verbeulte bei dem Sturz auch, aber das wollten wir ja.. :D

Unsere Rucksäcke haben den 3-Meter-Sturz sonst gut überstanden, am Ende saßen wir beide wie zwei Einbrecher auf der Mauer und hievten die Leiter hoch, um sie auf der anderen Seite wieder abzusetzen und runterklettern zu können.

Die Tatsache, dass es schon stockdunkel war und uns wahrscheinlich alle möglichen Nachbarn beobachteten, gab der ganzen Situation noch einen gewissen Kick. Einmal auf der anderen Seite, schmissen wir die Leiter wieder zurück in den Garten, die dort mit großem Scheppern hoffentlich nicht auf den Blumentöpfen landete. „GESCHAFFT! Schlag ein!“ freuten wir uns, bis wir den Maschendrahtzaun entdeckten. Gut, der hatte ein paar Löcher, aber wenn die Hunde sich da durchquetschen, dann schaffen auch wir das. Mit zerren und schieben und drücken gings dann auch, bis wir keine zwei Meter einen Druchgang entdeckten. Toll. Wie blond kann man eigentlich sein?

Dann fehlte nur noch ein letzter Zaun, der zur Straße hin, aber den konnte man aufbiegen, durchgehen und wieder zubiegen. Die Blicke der Leute haben wir zum Glück nicht gesehen und die Gedanken Gott sei Dank auch nicht gehört.

Wenigstens hatten wir keine Zeitnot und konnten gemütlich zum Busbahnhof laufen.

Gemütlich – bis neben uns ein Auto anhielt, und eine Frau das Fenster runter kurbelte. „Wieso habt ihr die Schlüssel auf den Balkon geworfen?“ „Wo habt ihr die Schlüssel überhaupt her?“ „Wie heißt ihr?“ „Was habt ihr in dem Apartment gemacht?“ „Und wo ist Hugo?“ Fragen über Fragen, zum Glück hat die Alte noch nicht die Polizei gerufen gehabt.

Gott sei Dank konnten wie die Situation aufklären, wie wir aus dem verschlossenen Hinterhof jedoch raus gekommen sind haben wir ihr lieber vorenthalten, am Ende hätte uns Hugo tatsächlich noch in der Polizeistation abholen können….

6.2.13 23:45
 



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