gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB

* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



Itchy Feet

* Themen
     Kolumbien
     Venezuela
     Peru
     Bolivien
     A Farmer's Diary
     Chile
     Argentinien
     Auf See im Mittelmeer
     Unterwegs
     Mexico
     Teneriffa
     Gran Canaria
     Madrid

* mehr
     nächste Ziele






Irgendwo im Nirgendwo und doch auf einem Punkt in der Landkarte

Bajo Caracoles. Ein Punkt in der Landmappe. Nicht groß, aber immerhin ein Punkt und leider der einzige auf unserer Route von der kleinen Dorfgemeinde Los Antiguos in den niemandem bekannten Nationalpark Perito Moreno. Da wir uns mittlerweile wirklich auf dem Land im Landesinneren und fern von allen größeren Straßen befinden, gestaltet sich hier das Trampen sogar schwer. LKW’s fahren hauptsächlich nur auf der gut ausgebauten Nationalstraße an der Küste entlang und Kleinwagen sind meistens vollbepackte Familien.

Wir kommen also nur schwer voran. Aber immerhin haben wir es heute bis zur Zwischenstation Bajo Caracoles geschafft. Ein Dorf, das geschlagene 27 Einwohner hat und eine Oase mitten im Nirgendwo ist (und wenn ich sage im Nirgendwo, dann ist das größte Dorf in Deutschland eine Stadt dagegen. Unendliche Weiten und man sieht nichts außer Steppe, Grasbüschel und Guanacos (Lamas). Im Hintergrund die Anden mit ihren weißen Bergspitzen, verhangen von Wolken, die fast den Boden berühren. Das kann man nicht beschreiben, man muss es einfach gesehen haben! Kilometerweit nichts, einfach nichts, außer eine wunderschöne Aussicht.)

Aber es gibt eine Tankstelle (eine Zapfsäule im Sandboden verankert), in die ein Hotel integriert ist, eine Polizeistation, eine Schule (für 3 Kinder?), ein paar streunende Hunde und vermutlich noch ein paar abgefahrene Dinge, die dem Ort den letzten Schliff verleihen würden.

 

Und es gibt ein Hostel. Abgefahrener Ort. Ein Haus, mutterselenallein, da weht kein Wind, die Tische stauben ein, Stühle sind hochgestellt und in der Ecke des Aufenthaltsraumes liegt der Müll der letzten Bauarbeiten. Eine Kühltruhe steht in der anderen Ecke, ausgeschalten und verstaubt, wahrscheinlich noch nie benutzt worden.

Aber laut Betreiber geht hier abends die Post ab (wenn die Leute von hier und da einkehren. Fragt sich, was er mit „hier und da“ meint, die nächsten Orte, an denen Menschen existieren könnten, sind über 100 Kilometer entfernt)

Der Hostelbesitzer hat uns auf der Straße abgefangen, irgendwie ein verplanter Kerl, irgendwo stehengeblieben, ändert seine Meinung vermutlich minütlich (uns hat ein Zimmer noch 10 Euro gekostet, für einen durchgeknallten trampenden Russen in Hemd und Anzughose ohne Gepäck verlangte er schon 20 Euro) Alles in allem, der perfekte Start in einen absoluten Horrorfilm. Sarah und ich kommen uns wirklich wie im Film vor, glauben konnten wir es nicht und schon gar nicht in Worte fassen. Aber eine Alternative gab es nicht, also Augen zu und durch. ;-)

Zum Glück kamen auf den merkwürdigen Russen ohne Spanischkenntnisse, dann noch ein 2 Normalos aus Holland mit einem anderen Tramper im Gepäck ins Hostel.

Der Abend scheint also gesichert zu sein, mal sehn, was die Nacht bringt. (Wir konnten den Hostelbesitzer davon überzeugen, in der Küche schlafen zu können, statt im Garten unsere Zelte aufschlagen zu müssen.

 

 

Letzten Endes war das „Hostel“ dann doch gut besucht (nach einigen Blicken mehr in jede Ecke, kann man es eher Absteige statt Hostel nennen: überall hingen Rohre provisorisch verankert heraus, bzw. in die Wand gemauert; es gab nur ein Klo mit Dusche und eine Küche fehlte komplett.)

Zu den Holländern, die sich mit der Zeit als extrem spießig herausstellten, („wie, ihr geht hier nicht wandern?“ „Dafür habt ihr aber ganz schön viel Gepäck“ „ Also wir sind gestern 9 Stunden gewandert. Wenn ihr auch anfangen wollt, dann solltet ihr erstmal mit einem 2-Stunden-Trek starten“ >> Und zum Abendessen haben sie einen halben Kofferraum an Küche ausgepackt. Wir sind nicht neidisch, nein, wir lästern nur gern über Europäer.. ;-)) kamen dann noch ein dutzend Argentinier, ein chilenisches Pärchen und ein Biker-Paar. Die Bude war also tatsächlich gut besucht und unser ungutes Gefühl, mit dem Hostelbesitzer alleine zu sein, verschwunden.

Letzterer war in der Früh plötzlich verschwunden. Die Hälfte von uns hatte noch gar nicht gezahlt, leider konnten wir ihn nirgends ausfindig machen. Selbst in der Polizeistation war niemand anzutreffen. Na gut, wir haben leider nicht den ganzen Tag Zeit und mit dem Russen und dem chilenischen Pärchen harte Konkurrenz auf der Straße. Entweder er holt uns am Straßenrand ein, oder es war eben eine Nacht für lau… J

6.2.13 23:55
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung