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Ein Herbsttag an der Pazifikküste

Ich bin in Algarrobo, einem Ferienort an der chilenischen Küste. Dank der Nebensaison, in der ich momentan reise, ist hier kaum ein Mensch unterwegs. Die Strände sind weitgehend leergefegt und nur im Zentrum trifft man vereinzelt auf ein paar Wochenendurlauber, aber sonst niemanden. Ich spaziere am Strand entlang und entferne mich immer weiter vom Ort. Der größte Teil der Küste ist hier mit Felsen übersät, an denen gigantische Wellen tosend zerbrechen. Man findet aber auch kleine, relativ ruhige Buchten, die auf einen belebten Sommer deuten: verlassene Buden, an denen noch die Preisschilder der Getränke hängen, Plastikflaschen, Babyschwimmhilfen und zerstörte Strandbars. Ich gehe weiter, vorbei an den Buchten, der Strand wird immer felsiger, die Wellen lauter, wilder und höher. Ein kleiner Trampelpfad führt mich zwischen angespülten Algen, Küstenfelsen und ein paar Kakteen in Richtung der Seelöwenbucht, die es hier geben soll. Ich biege um eine Kurve und plötzlich fühle ich mich zu Captain Jack Sparrow bei seinen stürmischen Abenteuern im Fluch der Karibik versetzt:

Dichter Nebel verhüllt die klare Sicht auf das Meer, man hört nur die Wellen toben und an den Felsen zerkrachen. Vor mir ein riesiger Brocken – wie eine kleine Insel vor der Küste – mitten im Nebel. Je höher man schaut, desto unklarer erkennt man die Umrisse. Möwen, Pelikane und Greifvögel ziehen ihre Kreise um den Fels, verschwinden im Nebel und tauchen Sekunden später an anderen Stellen wieder auf. Vielleicht sind es auch andere Vögel und nicht ein und dieselben, die da verschwinden und erscheinen, so genau kann ich das gar nicht sagen. Man kann den Nebelschwaden direkt zusehen, wie sie vom Wind weiterzogen werden, so tief und klar hängt der Nebel vor meinem Gesicht.

Abseits der Felsen, an einer Stelle, an die das Wasser nie zu kommen scheint, steht eine kleine, vom Wind heruntergekommene, aus vertrockneten Palmenblättern und altem Holz gezimmerte Hütte. Die Stämme sind mit geflochtenen Algen umwickelt und an den „Wänden“ hängen noch die letzten Bambusstämme. Ich setze mich auf eine provisorische Holzbank unter den Palmenblättern und schreibe, diesen Ausblick und Augenblick fern von jeder Menschenseele muss ich einfach sofort festhalten. Zu groß ist die Gefahr, die atemberaubenden Eindrücke später wieder vergessen zu haben.

 

Seelöwen fand ich an diesem Tag natürlich keine mehr, der Nebel verhüllte die Sicht auf das offene Meer und die Wellen waren so stark, dass sich an der Küste wohl kein Lebewesen freiwillig aufhalten würde. Und schon ein paar Meter von der Küste entfernt war mit dem Nebel auch meine Piratenstimmung verflogen.

Eindrücke wie diese sammelt man wohl auch nur in der Nebensaison, wenn die Menschen sich in ihre Häuser verkrochen haben, Hotels geschlossen bleiben und Touristen sich wärmere Orte zum Baden suchen. Ich jedenfalls bin immer wieder fasziniert, wie schön es an typischen Ferienorten außerhalb der Saison sein kann!

23.4.13 21:20
 



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