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Itchy Feet

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Tag 10 – Dirty old man

Wow, 10 Tage sind schon vorbei. Die Zeit verfliegt hier jeden Tag wahnsinnig schnell. Ausgemacht waren 6 bis 7 Stunden Arbeit, wirklich arbeiten tu ich wahrscheinlich weniger, aber ich bin von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends durchgehend beschäftigt. Kochen (neben meinen Mahlzeiten koche ich momentan das ganze Obst und Gemüse ein), putzen, den Hof aufräumen, Gras hauen, Holz hacken, Tiere füttern oder Wäsche waschen – irgendwas fällt mir immer ins Auge und schreit nach Arbeit. Auch das Holz sägen und hacken bekomme ich immer besser hin (Anfangs habe ich mich davor gedrückt, aber mir bleibt jetzt ja nichts anderes übrig und es funktioniert super! Ein richtig gutes Gefühl – wozu braucht Frau schon einen Mann??!!? ;-))

Die Arbeit hier macht mir also wirklich riesen Spaß und abends falle ich immer todmüde ins Bett. Max und Arth sind auch nicht weit, die arbeiten jetzt für den Nachbarn, da haben sie Beschäftigungen gefunden, die ihnen besser gefallen als hier. Und sie kommen mich jeden Tag besuchen, meistens abends, da machen sie sich am meisten Sorgen um mich.

Einsam fühle ich mich nicht, Chucky ist ja bei mir. Die Türen werden immer abgesperrt und nachts brennen zwei Lichter am Haus.

Der Hofbesitzer Robbie ist mir allerdings etwas unangenehm. Anfangs hat er mich nur angestarrt wie ein Stier, doch jetzt, wo alle anderen weg sind, versucht er immer, mir Komplimente zu machen, er sucht meine Nähe und stellt mir Fragen ob ich mit einem Mann seinen Alters (54) denn ausgehen würde (selbstverständlich nicht, mein Opa(!!!) ist nur 10 Jahre älter, außerdem ist er ein richtiger „grusliger alter Sack&ldquo. Er lädt sich selbst zum Essen ein, obwohl ich ihm gesagt habe, dass ich gerne allein esse, um mal wieder Zeit  zum Lesen zu haben. Auch ein hier übliches Beso auf die Backe, bzw. eher daran vorbei ist für mich extrem unangenehm und fühlt sich falsch an und nicht freundlich und voll Vertrauen wie bei allen anderen. Viele solcher Situationen lassen mich überlegen, ob ich nicht abbrechen und das Weite suchen soll. Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass da mehr als der argentinische Machismos dahinter steckt. Aber was wird dann aus Chucky und den anderen Tierchen? Ist ja niemand da, der sich wirklich um sie kümmert.

Ich werde mich morgen mit Arth und Max beratschlagen, mal sehen was die beiden meinen.

 

Max hat heute bei ein paar Pferden die Hufen geschnitten und das Sorgenkind Jenny hat auch schon etwas an Gewicht zugenommen glaube ich. Zumindest sieht man ihre Rippen nicht mehr ganz so stark. Und der Hof wird von Tag zu Tag schöner, mein Aufräumen zeigt Wirkung. Mit Wara, unserem Gaucho, habe ich  drei riesen Haufen vertrocknete Thumble Weed – Büsche verbrannt (die, die in Westernfilmen immer durchs Bild fliegen) Wahnsinn wie schnell die Feuer fangen! Eine Zigarette reicht aus und unter Umständen steht ein ganzes Feld in Flammen. Aber er hat das ganz gut im Griff, hier werden auch die Felder nach der Ernte abgebrannt, bevor sie umgeackert werden. Ein guter Farmer muss also auch gut und groß zündeln können. Da Fehlt mir noch der Mut. ;-)

4.6.13 21:26
 



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