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Itchy Feet

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Tag 31 - Teamwork?

In wohl jedem Lebenslauf steht geschrieben, dass man selbszt gut im Team arbeiten kann. Kommt es dann darauf an und der Boss ist nicht da, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

Als ich vor 4 Wochen ankam, wurde mir gesagt, dass wir um 8 aufstehen, gemeinsam Frühstück machen und zusammen die Tiere füttern. Ich habe mich dem gefügt und mich der Gruppe angeschlossen.

Nun sind die anderen gegangen und neue Volunteere sind dazugekommen und ich versuche – den Tieren zuliebe – diese Uhrzeit einzuhalten. Wir sind zu viert, da können zwei das Frühstück bereiten und die anderen beiden die Tiere füttern. 

Dass ich und Robbie allerdings die einzigen sind, die gegen 8 aufstehen, die Schweine und Ziegen versorgen und das Frühstück machen und die anderen aufstehen, wenn schon alles gemacht ist, das verstehe ich nicht. Und ich muss sagen, dass es mich leicht aggressiv macht. Wenn man an einen Ort kommt, an dem Gewohnheiten herrschen, dann versucht man sich doch zu fügen oder?

Aber vllt liegt auch das an Robbie. Würde er hier jeden Morgen zu einer bestimmten Uhrzeit antanzen und mit uns einige Stunden arbeiten, dann wäre der gemeinsame Start in den Tag deutlich einfacher.

Aber was solls, in drei Tagen hau ich ab, bis dahin leg auch ich die Beine hoch und sieh zu, wie das Haus und die Farm wieder im Chaos versinken...

 

Richtig wohl fühle ich mich auf der Nachbarsfarm bei Mike und Vicky zusammen mit Max, Ingrid und Matze.

 

In den letzten fünf Tagen habe ich meinen Plan – eine weite Strecke zu laufen - vertieft und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich es definitiv durchziehen will. Allerdings nicht alleine und da sich hier niemand findet, der sich mir anschließen will, trampe ich erstmal weiter Richtung Norden und hoffe auf jemanden, der Lust dazu hat. Die Karibik im Auge!!!

 

Gestern hat Robbie fast alle seiner Heuballen gegen eine kleine Kuh eingetauscht. Die mussten wir selbst abholen, Robbie wollte sie hinten ans Auto binden, es fing damit an, dass er nicht wirklich wusste, wie er zu der Finca findet. Nach einigem Hin und Her parkten wir das Auto hinter einem Zaun und liefen die letzten zwei Kilometer zu Fuß. Was bedeutet, dass wir die Kuh irgendwie dorthin zurück bringen mussten.

Während des Fußmarschs liefen wir durch wunderschöne Pflaumenplantagen und hübsch hergerichtete Anwesen. Hübsch hergerichtet ist vielleicht das falsche Wort,  sie wurden einfach nur regelmäßig gepflegt. Das fehlt auf Robbies Farm eindeutig. Da wächst alles kreuz und quer, mal ist ein Feld komplett bestellt, mal wächst das Getreide nur zur Hälfte und mal sind die Zäune voll von Unkraut. Ein totales Durcheinander!

Zurück zur Kuh. Nachdem wir sie mit dem Lasso eingefangen haben, streifte ich ihr das Halfter um und Robbie und Bobbie versuchten sie mit zwei Seilen an beiden Seiten zu bändigen und Richtung Auto zu bringen. Die Kuh machte was sie wollte, rannte von einem Heuhaufen zum nächsten und versuchte irgendwie von den beiden ahnungslosen Trotteln wegzurennen. Robbie versuchte, sie mit einem Stock auszupeitschen, da kam der „ehemalige Besitzer“ angerannt, nahm das erschöpfte Tier direkt am Halfter, redete ruhig auf sie ein und ging mit ihr wie mit einem Hund direkt zu unserer Farm (von der Idee, sie hinterm Auto anzubinden, hielt er selbstverständlich wenig). Ich ging hinter ihm her, einen Stock in der Hand um der Kuh ab und an einen leichten Klapps auf den Hintern zu geben, um sie daran zu erinnern, vorwärts zu laufen. Kühe sind in der Tat nicht die Klügsten, aber wie mit jedem anderen Tier auch, muss nicht alles voller Gewalt ablaufen.

 

Bobbie hat die Staaten noch nie verlassen gehabt. Bis vor vier Wochen, da ging seine erste große Reise in Buenos Aires los. Heute haben wir einen Film angeschaut, in dem es ums Backpacken geht und bei dem Punkt mit den „fünf Fragen“ sind wir an Meinungsverschiedenheiten gelangt. (Die fünf Fragen sind die Fragen, die einem in einem Hostel immer zuerst gestellt werden: Wo kommst du her, Wie lange reist du schon, Wo willst du hin, Wie lange wirst du reisen und immer irgendeine Frage über das Sightseeing vor Ort.)

Während mir diese Fragen tierisch auf die Nerven gehen und ich sie wirklich hasse, weil sie rein gar nichts über einen aussagen und man es sich eh nicht merkt, wo der im Bett neben dir und die aus dem Bett über dir schon war, findet Bobbie das richtig interessant und ist der Meinung, dass man nichts beim Backpacking verloren hat, wenn man sich dafür nicht interessiert.

Vielleicht muss er erst ein paar Hostels erleben und länger unterwegs sein, bevor er seine Meinung nicht als die einzig richtige ansieht, vielleicht ist er aber auch einfach einer derjenigen, die in jedem  Hostel die genannten Fünf stellen und über die verschiedenen Trecks in den umliegenden Nationalparks plaudert. (In einem Hostel gibt es IMMER ein paar, die diesen Smalltalk rauf und runter fahren und die, die sich zurückziehen, das Geschehen verfolgen, aber den 0-8-15-Fragen versuchen aus dem Weg zu gehen.) Aber ich denke, dass er meine Ansicht in ein paar Wochen nachvollziehen kann. Ob er sich anschließend wird, bleibt abzuwarten. Ich bin jedenfalls gespannt.

4.6.13 21:50
 



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