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Itchy Feet

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7€ und eine Packung Kekse für das Mädchen vom Straßenrand

„Hey, wohin willst du?“, ein weißes Auto hält an und lässt das Fenster runter. Ich stehe irgendwo zwischen Las Termas und La Madrid, zwei Ortschaften auf meinem Weg nach Amaichá del Valle:

 

In las Termas habe ich einen Zwischenstopp auf einem Campingplatz voller Rentner gemacht, die Nacht war schrecklich, streitende Hunde bis in die Morgenstunden und schlechte Discomusik bis halb Vier morgens. Ich mache mich noch vor 9 Uhr auf den Weg, um genügend Zeit zu haben über die kleinen ausgestorbenen und abgelegenen Ortschaften nach Amaichá zu trampen. Dass hier weniger Verkehr sein wird, als auf der Hauptstraße ist klar, dass aber fast gar niemand unterwegs ist? Zwei Stunden verbringe ich mit warten, trampen und jeder Menge Laufen. Am Ende habe ich nicht mehr als 20 km geschafft, meinen Füßen nach zu urteilen bin ich das meiste davon gelaufen .Weit und breit ist kein LKW oder Auto in Sicht, dass eine längere Strecke zurücklegen könnte.

Ich habe nun zwei Möglichkeiten: Ich warte weiter und sehe wie weit ich komme und rechne eine weitere Nacht irgendwo als Zwischenstopp ein. Oder ich drehe um, und trampe auf der Hauptstraße zur nächsten größeren Stadt und nehme von dort aus einen Bus nach Amaichá. Kostenmäßig kommt mich letztere Option wahrscheinlich günstiger.

Also drehe ich um und laufe die ersten Meter zurück. Da hält das genannte weiße Auto neben mir an und kann mich bis nach Las Termas zurück mitnehmen. Erleichterung. Zumindest brauche ich nicht wieder zwei Stunden, bis ich an meinem heutigen Ausgangspunkt ankomme.

Nach 10 Minuten 0-8-15-Standartunterhaltung und der Erläuterung meines heutigen Kurztrips erklärt mir Ernesto, dass er mich zum Busterminal in Las Termas bringen wird und mir mein Ticket nach Tucuman, die nächstgrößere Stadt, zahlen wird. „Oh nein, auf gar keinen Fall! Das geht mal gar nicht!“, werfe ich ein und versuche zu protestieren. Die Betonung liegt auf versuchen. „Ohne Widerrede. Du bist heute genug getrampt und schon lange auf der Straße“

Er fährt noch einen kleinen Umweg und zeigt mir die Bauarbeiten der neuen Rennstrecke für die Formel 1. Gigantisch!! Dann bringt er mich zum Busterminal, drückt mir 50 pesos (ca. 7&euro und eine noch schnell gekaufte Packung Alfajores (typisch argentinisches Gebäck) in die Hand und wir verabschieden uns. Ein letzter Versuch das Geld und die Kekse nicht annehmen zu können, aber da scheucht er mich aus dem Auto und fährt davon.

 

Ich könnte das Glück nun strapazieren und trotz der überaus netten Geste zurück zur Hauptstraße laufen und weitertrampen und so das Geld aufheben. Aber nein, ein wirklich miserabler Tagesstart hat sich doch noch zum Guten gewendet, damit will ich mich zufrieden geben.

 

Warum aber sind manche Menschen so unfassbar herzlich? Gestern Luis mit der Einladung zum Mittagessen und heute Ernesto mit dem Busticket. Manchmal möchte ich wirklich wissen, was in solchen Köpfen vor sich geht. Ist es Mitleid? Zu viel Geld? Eine Mischung aus beidem?

Oder gibt es tatsächlich noch ein paar Menschen auf dieser Erde, die das Herz durch und durch am rechten Fleck haben? Sei es egal ob ihnen ein Freund oder Unbekannter gegenübersitzt.

 

15.6.13 04:07
 



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