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Itchy Feet

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Behind the middle of nowhere

Ein Dorf, in dem es kein einziges Auto gibt, das gibt es wirklich noch.

In Argentinien, mitten in den Anden. San Isidro heißt der zauberhafte Ort. Den Mittelpunkt der wenigen Häuser bildet eine kleine Kirche und die Hauptstraße ist ein provisorisch gepflasterter Weg aus verschiedenfarbigen und –förmigen Steinen. Die etwa 40 Häuser sind alle aus selbsthergestellten Backsteinen gebaut, wobei die Backsteine hier nicht rot sind, sondern aus einer Mischung aus Erde und Zement bestehen. Weder verputzt noch mit Farbe bemalt sehen sie für uns Europäer wirklich schlicht und fast erbärmlich aus. Das Dorf liegt auf einem Hügel, zu dem man nur Zugang über einen kleinen Trampelpfad 200 Meter steil nach oben hat, Autos haben da definitiv keine Chance.

Wir packen unseren Rucksack mit Zelt, Schlafsack und etwas Essen und laufen die 8km Schotterstraße von Iruya, dem etwas zivilisierteren Ort, nach San Isidro.

Zivilisiert ist gut gesagt, hier gibt es erst seit fünf Jahren Strom und auf der Straße wirbt man tatsächlich noch mit „Hier kann man farbfernsehen!“

Und auch San Isidro hat erst seit zwei Jahren Elektrizität zurVerfüguung. Jede Familie besitzt Pferd und Esel, mit denen die Kinder zu Freunden reiten oder die Einkäufe im 8km entfernten Iruya gemacht werden. Ein Leben wie im Western!! J

 

Die Menschen unterscheiden sich hier im Norden genauso wie die Landschaft wahnsinnig zu der im Süden. Äußerlich wie innerlich leben sie komplett verschiedene Leben:

Die Frauen tragen alte selbstgestrickte und gut geflickte T-Shirts und Pullis, knielange Faltenröcke oder zu kurze Jeans (Wir nennen es Hochwasserhosen) und bunte Tücher auf dem Rücken als Rucksack zusammengebunden. Dazu moderne Turnschuhe, blitzeblank weiß poliert. Das lange schwarze Haar tragen sie hochgesteckt und unter einem großen breitkrempigen Hut versteckt.

Besonders schön ist der Anblick älterer Frauen, sie tragen über ihren Westen noch zwei bis drei Ponchos und sind mit vielen kleinen Details verziert. Der langsame Gang, das faltige und kastanienbraune Gesicht, der gemächliche Ausdruck darin und die Art und Weise wie sie einen schüchtern aber super neugierig begutachten, lassen schließen, dass sie ein wundervolles Leben fern von Massenkonsum und Technik leben.

 

Die allgemeine Höhe von 2500/3000 Metern und der Aufstieg auf ca 3500 Meter nach San Isidro trübten jedoch leider mein Auffassungsvermögen. Schwindel und Lustlosigkeit ließen mich in der Sonne relaxen, Coca-Blätter kauen und viel Cola trinken, statt das kleine Paradies zu erkunden. Übernachtet haben wir im Zelt (ich reise immer noch mit der Kroatin Martina) und am nächsten Morgen wollten wir weiter nach San Juan, nochmal 8 km von San Isidro entfernt. Wir starten, doch nach wenigen Metern kehren wir um. Kopfweh, Schwindel und pralle Sonne lassen uns lieber am nahegelegenen Fluss relaxen statt uns weiter nach oben zu quälen.

 

Und hier sitze ich nun, an einem kleinen Fluss zwischen rot-lila-grün-grau-orangenen Bergen, kein Auto und kein Lärm, nur ab und zu ein vorbeitrottender Esel.

 

 

26.6.13 18:01
 



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