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Itchy Feet

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Der Tag, an dem ich einen komischen Peruaner traf

Ich fahre mit dem Bus nach „Los Organos“, ein kleines Dorf an der peruanischen Küste. An der Hauptstraße werde ich rausgelassen. Ich bin die Einzige, die hier aussteigt. Mein Rucksack ist wie immer im „Kofferraum“ des Busses und mit einer Identifikationsnummer versehen. Die Partnernummer dazu steht auf meinem Ticket. Das gerade sonst wo in meiner Handtasche liegt. Keine Ahnung, wo ich das beim Einsteigen hingeschmissen hab. Jedenfalls will der Schaffner das jetzt haben. „Sonst gibt’s keinen Rucksack“.

Normalerweise reicht ein hilfloser Blick und ein nettes Lächeln und ich bekomme mein Gepäck auch ohne Kontrollnummerncheck wieder. Normalerweise. „Woher soll ich denn wissen, dass das wirklich deiner ist?“, frägt mich der Busfahrer.

„Weil ich die einzige Gringa (Ausländerin) im Bus bin?“, antworte ich ihm und denke mir *Jetzt hab dich nicht so, sind wir in Deutschland oder in Peru???*

„Nene, so nicht. Ich brauch dein Ticket mit der Nummer, sonst fährt der Rucksack mit mir weiter.“ Knallhart.

„Das is ein Scherz.“ Ich schaue ihn fragend an.

„Nö.“ Das ist sein voller Ernst.

*Alter!... Mann!... Sei doch nicht so!*, verfluche ich ihn in Gedanken und habe nach 20 Stunden Fahrt keine Lust mehr zu diskutieren.

„Also du hast noch zwei Minuten, um das Ticket zu finden. Und beeil dich, wegen dir können wir gerade nicht weiterfahren.“

Natürlich finde ich den Scheißzettel nicht.

„Also ich bring „dein Gepäck“ in den Laden da, wenn du den Zettel findest, kannst dus abholen. Wenn nicht, ist das dein Problem.“

Verblüfft schaue ich dem kleinkarierten Peruaner nach, wie er mein Heiligtum davonträgt und ohne ein Wort in den Bus einsteigt und davonfährt. Ich bleibe erstmal auf der Straße zurück.

*Krasser Scheiß. Zwickt mich bitte mal jemand? Wo bin ich denn hier gelandet? Zurück in Deutschland?*

Aber keiner zwickt.

Ich trotte zu meinem Rucksack in den Laden (ein Internetshop), wo der „Aufpasser“ schon wartet. Ich entleere den kompletten Inhalt meiner Handtasche auf dem Boden: Bücher, Wolle, Trinkflasche, Mütze, Stifte, Kekse, Geld, Tampons und und und. Ein paar verloren geglaubte Steine finde ich auch.

Letzten Endes auch das Ticket. Na also!

 

Gut und schön, vllt war es ein verklemmter Peruaner oder sogar einer mit europäischem Blut. Das war nämlich in den neun Monaten der erste komische Kauz.

Aber was, wenns nun wirklich nicht mein Gepäck gewesen wär? Dann würde nun 100km weiter jemand vergeblich seinen Rucksack suchen. Und die Verspätung des Busses (um 5 Minuten) wäre noch Nebensache gewesen.

Tolle Logik Peru!

14.10.13 03:19
 



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