gratis Counter by GOWEB
Gratis Counter by GOWEB

* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



Itchy Feet

* Themen
     Kolumbien
     Venezuela
     Peru
     Bolivien
     A Farmer's Diary
     Chile
     Argentinien
     Auf See im Mittelmeer
     Unterwegs
     Mexico
     Teneriffa
     Gran Canaria
     Madrid

* mehr
     nächste Ziele






Und wie ist es nun wieder daheim?

Die erste Frage ist immer wie’s war. Dann frage ich „ Hast du mal mehr als zehn Minuten Zeit? Was hast DU in den letzten 1 ½ Jahren gemacht?“ Da lachen sie und geben mir Recht.

Die zweite Frage ist dann die, wie ich mich zu Hause wieder eingelebt habe. Die ersten paar Wochen waren ein Mix aus Gefühlschaos, Freude, Nicht loslassen wollen und vor allem Kulturschock. Froh darüber, dass mich Freunde und Familie so liebenswürdig aufgefangen und mir gezeigt haben, dass sie mich vermisst haben. Schockiert über den Tagesablauf und das Leben in der europäischen, vor allem deutschen Gesellschaft. Ein jeder rennt zur Arbeit,  zur U-Bahn, zum Supermarkt, zum Arzt. Sie sagen sie möchten einen gewissen Standard leben, eine nette Wohnung, ein voller Kühlschrank, schicke Möbel, die neueste Mode, Restaurantbesuche, Kino und Urlaub. Ich muss zugeben, dass mir mein eigenes Bett superheilig ist. Nirgends schläft man besser. Und auch ein voller Kühlschrank lässt meine Freudenhormone Purzelbäume schlagen. Aber ich habe gesehen, dass ich auch anders kann und trotzdem glücklich dabei bin.

Meinen Lebensstil, den ich während der Reise durch Südamerika hatte, wollte ich mit nach Deutschland bringen, zumindest Kleinigkeiten in den Alltag einbauen. Doch es fing nach drei Tagen bei den Klamotten an: Statt Leggins und XXL-Schlabber-T-Shirts mit Bikini stand ich plötzlich vor einem mega vollen Kleiderschrank.  Geblieben ist der Bikini. Den trage ich auch noch bei zehn Grad statt Unterwäsche.  10 dicke Winterpullies, 10 Jeanshosen, 30 T-Shirts und noch mehr kamen aus meinem Kleiderschrnak hervor( und womöglich noch mehr!). Wahnsinn! Am nächsten Tag reduzierte ich erstmal auf die Hälfte. Und immer noch bin ich überfordert. Einfach zu viel Auswahl. Das muss doch nicht sein. Es geht immerhin auch anders.

Schminken wollte ich mich nicht mehr. Jetzt, nach drei Monaten trage ich wieder Wimpertusche. Bei Puder bleibe ich weitestgehend noch hart. Warum überhaupt Make-Up??? Weils schöner aussieht und Schönheit gerade hier in München wichtig ist.

Ein jeder hier(außer mir) besitzt ein Auto. Mit 18 bekommen die meisten das eigene Erste. Daweil hat München und Umgebung ein tolles Öffentliches Verkehrsnetz. Warum also? Weils bequem ist und zum Lebensstatus dazu gehört.

Es sind Kleinigkeiten, auf die ich 1 ½ Jahre locker verzichten konnte und plötzlich wieder in Frage stelle.

Keine Nahrung mehr aus Massenproduktion und Kleidung am liebsten nur noch Fairtrade. Von Fabriken, die Ihre Mitarbeiter gerecht bezahlen, menschenwürdig behandeln und Kinderarbeit kontrollieren und im Rahmen halten(ohne die Mitarbeit der Kinder könnten viele Familien nicht überleben) Aber so einfach sich meine Pläne anhören, in der Umsetzung hapert es gewaltig. Obst und Gemüse aus der Region und Saisongemäß, zum Schutze der Umwelt. Aber was ist dann mit den Bananen- und Ananasbauern aus Asien und Südamerika? Fair gehandeltes Obst aus Entwicklungsländern gibt es leider nicht an jeder Ecke.

Doch ich versuche weiterhin, gewonnene Erfahrungen in meinen Alltag in Deutschland zu setzen. Es klappt auch, mit Willen und Akzeptanz zu Hause.

 

Ich ziehe nun erstmal raus aus der Großstadt, zum Studieren aufs Land. Das sind die nächsten 4 Jahre. Dazwischen wird es immer wieder mal für ein paar Wochen in die weite Welt gehen.  Denn worüber ich vor meiner Rückkehr gerätselt habe, steht nun fest: Statt mir bereits ein Heim in Form eines Selbstversorgerhofes aufzubauen, um mich von den Machenschaften korrupter Politiker abzukapslen, möchte ich mehr und mehr und noch mehr Erfahrungen sammeln und Lebensstile kennenlernen. Vor allem aber möchte ich nichtmehr in das deutsche EAT WORK CONSUM REPEAT verfallen.

LIFE IS, WHAT HAPPENS WHILE MAKING PLANS und man hat schließlich nur eins!

 

Daher: Nächstes Ziel: Indien!

24.8.14 12:15
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung